Interview Brawo vom 7.2.2010
Interview-Fragenkatalog:
Teil I - Politik
- In der Gemeinde Wustermark gibt es einige Baustellen, die auch künftig ein energisches Handeln erfordern. Welche Schwerpunkte wollen Sie sich als möglicher Bürgermeister auf die Fahnen schreiben? Was sind die größten Herausforderungen? Wustermark mit seinen sehr unterschiedlichen Ortsteilen ist bislang eine Gemeinde, in der die meisten Menschen deshalb gern wohnen, weil sie hier in der Nähe von Berlin sind, relativ gut angebunden, mit vernünftiger Sozial- und Bildungsinfrastruktur und vor allem in einem angenehmen Wohnumfeld im Grünen. Wir stehen aber gegenwärtig an einer Art Scheideweg, und viele Bürgerinnen und Bürger spüren das mit mir: Natürlich braucht eine knapp 8.000 Einwohner große Gemeinde wie Wustermark weitere Entwicklung, Fortschritt und Wachstum. Wir müssen uns aber entscheiden, ob wir beim Wachstum im Wesentlichen auf ein Einwohner begründetes Wachstum oder ein Industrie begründetes Wachstum setzen wollen. Wollen wir im Schwerpunkt größer werden durch mehr Mitbürger, die unsere Gemeinde lebenswert finden und sich mit ihren Familien hier ansiedeln - begleitet durch Gewerbe, das Arbeitsplätze schafft, ohne die Wohnumwelt zu beeinträchtigen? Oder wollen wir um unsere Wohngebiete herum noch mehr Industrie ansiedeln, in der Hoffnung, dass das unserer Gemeinde den nötigen Aufschwung gibt? Das zweite könnte dazu führen, dass unsere Gemeinde erheblich an Attraktivität verliert. Dagegen kämpfe ich.
- Getan werden muss einiges. Die Infrastruktur in manchen Ortsteilen lässt zuweilen zu Wünschen übrig (Wohnungsleerstand, Schaffung von Arbeitsplätzen) . Welche haben Sie? Und wie wollen sie diese ummünzen?
Ich habe natürlich als Herausforderer des gegenwärtigen Amtsinhabers ein Wahlprogramm mit meinen wesentlichen Punkten und Forderungen. Einige wesentliche Baustellen für eine gute Zukunft in Wustermark möchte ich nennen. Wir brauchen:
· Besseren Service beim Öffentlichen Nahverkehr, besonders für die zahlreichen Berufspendler nach und aus Berlin und eine bessere Bedienung der Buslinien am Wochenende.
· Eine zukunftssichere Anbindung an moderne Kommunikationsnetze wie das Internet für alle Ortsteile. Das heißt für mich, keine Insellösungen, die wieder nur Wenige versorgen, sondern Breitbandanschluss für alle Ortsteile bis spätestens Anfang 2011.
· Die Wiederbelebung der Ortskerne in Wustermark und Elstal.
· Kommunale Jugendarbeit, die nicht nur Minderheiten erreicht. Dafür brauchen wir einen zweiten Jugendklub in Elstal.
· Straßenbauvorhaben nicht gegen den Willen der Betroffenen, dabei Verzicht auf Luxusausbauparameter beim Straßenbau.
· Die Parkplatzprobleme in manchen Ortsteilen müssen endlich wirksam angegangen werden.
Was wir nicht brauchen, sind hingegen weitere Großprojekte zu Lasten der Bevölkerung.
- Die Gemeinde hat viele Vereine, die durch Ehrenamtliche unterstützt werden. Wie stehen Sie zu deren Förderung?
Ohne die ehrenamtliche Arbeit, die in Vereinen, den Feuerwehren und anderen Institutionen und Wohlfahrtsverbänden geleistet wird, wäre Wustermark ganz arm dran. Das, was von diesen Organisationen an Kultur-, Jugend-, Sozial- und Sportarbeit geleistet wird, ist unglaublich wertvoll. Es muss folglich der Gemeinde auch etwas wert sein – und das sage ich nicht nur als Vorsitzender des ESV Lok Elstal, also quasi Betroffener. Förderung seitens der Gemeinde hat aber nicht nur eine finanzielle Seite: Da geht es auch um moralische Unterstützung, Solidarität und Hilfestellung, wenn’s mal kneift. Und was das Geld angeht: Die Gemeinde sollte ehrenamtliche Arbeit finanziell unterstützen, ganz klar. Durch die Zunahme der Aufgaben in den Vereinen sehe ich hier kein Einsparpotenzial. Die Gemeinde hat darüber hinaus aber auch eine beratende (nicht bestimmende) Funktion. Nämlich die, Angebote aus den Vereinen zu koordinieren - auf neudeutsch gesagt Synergien zu schaffen. Hier gibt es bei uns noch durchaus Raum für Verbesserung.
- Der Wustermarker Haushalt lässt nicht viel Spielraum zu. Wie wollen Sie als Sparfuchs die finanzielle Misere in den Griff bekommen?
In der Tat haben wir finanziell, wenn auch unverschuldet, wenig Handlungsspielraum. Und unser Haushaltssicherungskonzept zwingt uns förmlich zum Sparen. Um Ihre Frage wirklich konkret zu beantworten, muss ich allerdings erst einmal ins Amt gewählt werden und detaillierten Einblick in die internen Haushaltsberechnungen der Gemeindeverwaltung erhalten. Ich kann mir aber sehr gut vorstellen, dass im Bereich der Verwaltungsausgaben, z.B. bei den für eine Gemeinde sehr hohen Prozesskosten und anderem sächlichen Verwaltungsaufwand, noch einiges an Einsparpotenzial besteht. Das will ich nutzen, ggf. auch in der Zusammenarbeit mit unseren Nachbargemeinden. Und damit eines klar ist: Für mich sind Investitionen in Bildung und Soziales, also für die Wustermarker Schulen und Kitas, allemal wichtiger als die Förderung kostspieliger und z.T. unrentabler Ansiedlungsprojekte im Gewerbebereich. Mit unserem Hafen machen wir beispielsweise immer noch Miese. Solche Projekte muss ich nicht weiter fördern.
Es gibt außerdem noch einen weiteren Punkt, um unsere Handlungsfähigkeit zu erhalten: Das Land war angesichts unserer Haushaltsschieflage in der Pflicht und hat sich in den letzten beiden Jahren durch Mittel aus dem Finanzausgleichsgesetz im hohen einstelligen Millionenbereich solidarisch gezeigt. Ich werde mich energisch dafür einsetzen, dass das auch so bleibt.
- Der mögliche Bau eines Gaskraftwerkes in Wustermark bereitet Teilen der Bevölkerung sorge. Teilen Sie diese?
Ja, unbedingt. Dieses Kraftwerksprojekt ist derzeit noch eine Gleichung mit vielen Unbekannten und deutlichen Risiken. Der Dampfausstoß, die Grundwasserproblematik, die fehlenden Möglichkeiten für Kraft-Wärmekopplung, d.h. Nutzung der Abwärme, die Größe des Projektes und die unmittelbare Nähe zu Wohnbereichen sind doch Probleme, an denen man nicht einfach vorbeisehen darf. Die Vorbehalte und Einwände seitens der Bevölkerung müssen deshalb sehr ernst genommen werden. Schließlich würde der Bau des Großkraftwerkes einen außerordentlich starken Eingriff in die Wohnumwelt vieler Bürger der Gemeinde bedeuten. Ich sehe deshalb die anstehenden Prüfungen im Planungsverfahren einschließlich der Umweltverträglichkeitsprüfung nur als einen ersten Schritt. Viel wichtiger ist mir, dass unsere Bürger die Möglichkeit haben, sich zu diesem Projekt eine Meinung zu bilden und zu positionieren. Ein überhastetes Vorantreiben der Planungen wird es mit mir nicht geben.
- Welche Position beziehen Sie konkret zum Kraftwerk?
Noch einmal: Zunächst müssen alle Einwohner die Möglichkeit haben, sich ein genaues Bild vom Kraftwerksprojekt zu machen. Außerdem möchte ich im Falle meiner Wahl mit den Gemeindevertretern sehr schnell besprechen, welche Möglichkeiten wir sehen, um die Bürgerinnen und Bürger zu dieser Frage direkt entscheiden zu lassen. Ich glaube, ein Bürgerentscheid ist dafür ein gutes Mittel. Ohne die Billigung unserer Einwohner werde ich das Großkraftwerk nicht unterstützen!
- Die Bürgermeisterwahl verspricht Spannung. Was schätzen Sie an ihrem Konkurrenten?
Bernd Drees ist ohne Frage schon ein erfahrener und kompetenter Verwaltungsfachmann. Er weiß, was er will und hat klare Vorstellungen, wie er seine Ziele durchsetzt. Was die Durchsetzung von Zielen angeht, sehe ich zwischen ihm und mir allerdings deutliche Unterschiede. Ich setzte da mehr auf frühzeitige Information und breiten Dialog.
- Wie und wo werden Sie den Abend des 28. Februar verbringen?
Ich werde an dem Abend einige Freunde, Unterstützer und Bekannte einladen, mit mir im Sportkasino in Elstal zu feiern. Entweder – was ich natürlich hoffe – meinen Wahlsieg oder zumindest einen tollen Wahlkampf mit viel Unterstützung und Zustimmung.
Infobrief zur abgelehnten Diskussionsveranstaltung 20.01.2010
Sehr geehrte Frau Paul, liebe Margit,
in der vergangenen Woche ist in den örtlichen Medien über die gemeinsame Veranstaltung von Linken und WWG berichtet worden. Leider ist im Zusammenhang mit dieser Berichterstattung nicht auf die Umstände der Einladung zur Veranstaltung und die Gründe meiner Absage eingegangen worden. Ich möchte sie daher nochmals in Erinnerung rufen.
Die schriftliche Einladung zur Veranstaltung ist mir am 9. Januar per Post zugegangen. Die örtliche Presse, zumindest die MAZ, ist hingegen bereits am 7. Januar über den Termin informiert worden, so als hätten beide Kandidaten zugesagt.
Ich halte das für einen schlechten Stil, den man im Zusammenhang damit sehen kann, dass bei den Linken bereits sehr frühzeitig eine Festlegung für einen bestimmten Bewerber gefallen sein muss. Damit wird auch deutlicher, warum Du im Oktober 2009 ein informelles Gesprächsangebot des örtlichen CDU-Vorsitzenden über die Frage der Bürgermeisterkandidatur abgelehnt hast. Vermutlich waren schon damals die Würfel gefallen.
Ich hatte in meiner Reaktion auf Eure Einladung außerdem darauf hingewiesen, dass ich bereits langfristig für den 20.01. eine Terminzusage für ein Seminar durch die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV) und ein Gespräch mit dem Bürgermeister von Werder, Herrn Große, gegeben hatte. Diese Termine sind extra für mich anberaumt worden und waren nicht mehr kurzfristig zu canceln. Dass in der Presse, ausweislich der Berichterstattung am 24.01. im Brawo, offenbar von Seiten der Linken der Eindruck erweckt wird, ich habe den Termin aus privaten Gründen „verstreichen lassen“, ist ein weiterer Beleg dafür, dass im Moment von Seiten der Linken in der Frage der Bürgermeisterkandidatur nicht von Objektivität ausgegangen werden kann. Ihr habt Euch positioniert, dazu in der Presse ein eindeutiges Statement abgegeben - und das ist das gute Recht einer Partei.
Ich bitte aber angesichts dieser Umstände um Euer Verständnis, wenn ich für eine weitere Veranstaltung von WWG und Linken nicht zur Verfügung stehe, da sich die Parteien bereits entschieden haben. Den Termin für eine öffentliche Diskussionsveranstaltung, die durch die mich unterstützenden Parteien ausgerichtet wird, teile ich Dir gern mit. Außerdem besteht ja für alle
Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, die Diskussionsveranstaltung der MAZ am 23.02.2010 zu nutzen.
Für persönliche Gespräche stehe ich außerdem selbstverständlich gerne zur Verfügung.
Warum ich als BM-Kandidat antrete
Ich bin in den vergangenen Wochen von Kommunalpolitikern, aber auch von "ganz normalen Bürgern" eingesprochen worden, ob ich mich als Kandidat für die Bürgermeister-Wahl im Februar 2010 zur Verfügung stellen würde.
Ich bin dazu bereit: Als unabhängiger Kandidat, der die Unterstützung der beiden größten Parteien in der Gemeinde genießt.
Was sind meine Gründe für eine Kandidatur? Es gibt zwei ganz wichtige Gründe:
Erstens: Ich will die politische Kultur in der Gemeinde zum Wohle aller verbessern: Die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung und Kommunalpolitik ist weitgehend von Misstrauen geprägt, dabei stellt sich für mich nicht die Schuldfrage. Auch innerhalb unserer Gemeindevertretung und in den Ortsbeiräten wird beileibe nicht so vertrauensvoll zusammengearbeitet, wie es sein sollte. Dadurch entstehen unnötige Reibungsverluste, gehen Synergien verloren. Ich möchte mithelfen, dass wir in der Gemeinde wieder vertrauensvoll miteinander arbeiten können. Ich bin sicher die die notwendigen Fähigkeiten hierzu mitzubringen für eine gute Zusammenarbeit in den Ortsteilen. in der Gemeinde und auch im Kreis. Ich weiß, dass gerade der Bürgermeister mit seiner zentralen Position viel Vertrauensvorschuss investieren und viel Transparenz zeigen muss. Auch hier habe ich gegenüber dem bisherigen Amtsinhaber Vorteile.
Zweitens: Unsere Gemeinde steht in ihrer Entwicklung am Scheideweg:
Viele Bürgerinnen und Bürger spüren das mit mir: Natürlich braucht eine knapp 8.000 Einwohner große Gemeinde wie Wustermark weitere Entwicklung, Fortschritt und Wachstum. Wir müssen uns aber entscheiden, ob wir beim Wachstum zunächst und im Wesentlichen auf ein Einwohnerbegründetes Wachstum oder ein Gewerbe- oder besser Industriebegründetes Wachstum setzen wollen. Wollen wir im Schwerpunkt größer werden durch mehr Mitbürger, die unsere Gemeinde lebenswert finden und sich mit ihren Familien hier ansiedeln oder in Wustermark ihren Ruhesitz finden? Oder wollen wir um unsere Wohngebiete herum noch mehr Industrie ansiedeln, in der Hoffnung, dass das unserer Gemeinde den nötigen Aufschwung gibt?
Das ist natürlich vereinfacht dargestellt, denn es lässt sich zu Recht einwenden, dass das eine das andere bedingt – wo mehr Einwohner kommen sollen, brauchen wir auch mehr Arbeitsplätze.
Aber im Prinzip bleibt doch die Grundsatzentscheidung: arbeiten wir in den nächsten Jahren vordinglich an den Standortfaktoren, damit unsere Bürger sich bei uns wohlfühlen (einschließlich der Wohn, Verkehrs-, Bildungs- und Freizeitinfrastruktur) oder betreiben wir mit Schwerpunkt eine Gewerbe- und Industrieansiedlungspolitik, die die Bürger oft nicht mehr mitnimmt? Das zweite könnte dazu führen, dass unsere Gemeinde erheblich an Attraktivität verliert - und das ist das letzte, was eine aufstrebende Gemeinde im Speckgürtel von Berlin gebrauchen kann.
Was sind meine programmatischen Schwerpunkte?
Wustermark ist mit seinen über 15 Mio. Schulden eine hochverschuldete Gemeinde. In der Vergangenheit ist versucht worden, Schuldenabbau durch Expansion von Projekten und letztlich durch noch mehr Schulden zu erreichen -GVZ 1. + 2. Bauabschnitt, gefolgt vom Hafen im GVZ ) und dem Plan zur Gründung von Stadtwerken mit immensen Anfangskosten etc.. Mein Rezept zum Schuldenabbau sieht anders aus: Sparsamkeit im Verwaltungshaushalt: Die Gerichtskosten, Personalkosten u.a. sind deutlich höher als bei vergleichbaren Nachbargemeinde. Sparen bei allgemeinen Verwaltungsausgaben - aber auch: Untersuchung von Synergiemöglichkeiten durch Erledigung von manchen Verwaltungsaufgaben gemeinsam mit Nachbargemeinden.
Wir müssen die Bürger bei allem, was wir planen, in Zukunft besser "mitnehmen":
Beispiel: Ausbau L 204 in Hoppenrade, Umsetzung Verkehrskonzept in Elstal, Änderungen in Gebührensatzungen. Alle diese Dinge müssen zukünftig transparent gemacht werden. Demokratie braucht Zeit, diese müssen wir uns auch nehmen.
Daher werde ich in der Zukunft mehr für Sachverhalte werben, mehr erklären, mehr fragen sowie Fragen zulassen und dadurch mehr Akzeptanz beim Bürger gewinnen.
Planungen gegen den erklärten Willen der Einwohner können wir uns nicht erlauben. Beispiel: Das Projekt Gas- und Dampfturbinenkraftwerk im GVZ. Viel Bürgerinnen und Bürger haben in den letzten Tagen den Eindruck gewonnen, dass hier ein Projekt entstehen soll, das ihre Interessen verletzt und dazu möglicherweise noch auf umweltfreundliche, nachhaltige Technik wie Kraft-Wärmekopplung und Nutzung der Abwärme verzichtet. Das wird es mit mir nicht geben: Umweltverträglichkeit und Einwohnerinteressen stehen im Vordergrund der Bewertung des Projektes - und durchaus wünschenswerte Einnahmen für die Gemeindekasse haben lediglich 2. Priorität.
Ich bin der Meinung, dass wir in Sachen Wirtschaftsförderung in nächster Zeit uns auch mehr um die Betriebe kümmern müssen, die schon in Wustermark ansässig sind, als uns um immer mehr Industrieansiedlung auf immer neuen Flächen rund um unsere Wohngebiete zu konzentrieren.
Wenn es um die Förderung des Einzelhandels geht, müssen wir uns jetzt mit Vorrang um Flächen kümmern, wo eine innerörtliche Verödung droht: z.B. der Karl-Liebknecht-Platz in Elstal und Einkaufszentrum am Brunnenplatz in Wustermark. Hier muss vor allem wieder gewerbliches Leben einkehren, und dass wird ein Schwerpunkt meiner Aktivitäten zur Förderung des Einzelhandels sein.
Unsere Gemeinde ist eine Gemeinde mit sehr unterschiedlichen 5 Ortsteilen.
Wir brauchen deren Identitäten und Eigenarten. Wir müssen ober auch mehr tun, um ihr Zusammenwachsen zu fördern: Schwerpunkt meiner Anstrengungen in Sachen Öffentlicher Nahverkehr ist also eine bessere Verbindung unter den Orts- und Gemeindeteilen.
Mein Selbstverständnis: Wir haben in unserer Gemeinde sehr erfahrene Gemeindevertreter und eine leistungsfähige Verwaltung. Ich sehe mich als Bürgermeister vor allem auch in der Funktion, Vorschläge und Initiativen von deren Seite zu anzuregen und zu "promoten". Es muss nicht alles in Wustermark nur auf Initiative des Bürgermeisters entstehen.
Breitbandanschluss in Wustermark für alle Ortsteile - Ausschreibung muss Gesamtpaket beinhalten!
Die Berücksichtigung aller Ortsteile der Gemeinde bei der anstehenden Ausschreibung und Antragsstellung zur Förderung der Breitbandversorgung fordert der Bürgermeisterkandidat von SPD und CDU in Wustermark, Holger Schreiber.
Nachdem die Gemeindevertreter im November 2009 beschlossen hatten, eine durch das Land aufzubauende Backbone-Richtfunkanlage zur Anbindung an das Hauptnetz zu übernehmen, müssen in Wustermark jetzt die weiteren Schritte umgesetzt werden, um Breitbandanschlüsse zum Endverbraucher zu bringen. In der Gemeinde sind immer noch weite Bereiche, insbesondere in den Ortsteilen Elstal, Priort und Buchow-Karpzow, unterversorgt.
Holger Schreiber weist jetzt darauf hin, dass die projektierte Richtfunkanbindung weiterhin größere Gebiete in der Gemeinde unversorgt lässt. „Nur die Siedlung Radelandberg im OT Elstal wird vom jetzigen Anschluss voll profitieren, d.h., noch nicht einmal der gesamte östliche Bereich von Elstal. Nach meiner Auffassung kann es nicht sein, dass Bürger z.B. in Priort noch weitere 12 Monate oder länger warten müssen, bis sich in Sachen Breitband auch in ihrem Ortsteil endlich etwas tut. Die Frustration bei den Betroffenen ist zum Teil schon ziemlich groß,“ so Holger Schreiber. „Bei den jetzt notwendigen Schritten – zunächst eine Marktabfrage, dann die technische Bedarfsermittlung, sowie nach Abstimmung mit dem Wirtschaftsministerium die Antragsstellung für die EU- und Landesfördermittel – muss seitens der Gemeinde ein Gesamtpaket geschnürt werden, das alle unterversorgten Ortsteile einbezieht.“ Die Gemeinde müsse, so der Bürgermeisterkandidat, eine Ausschreibung vorbereiten, die für alle Ortsteile zeitnahe Anschlussperspektiven zum Ziel hat. Insellösungen dürfe es dabei nicht geben.
Auf mögliche technische Probleme soll nach Ansicht Schreibers darüber hinaus besonders geachtet werden. Aufgrund der von der Deutschen Telekom in Elstal verbauten Technik könne es nach seiner Kenntnis beispielsweise durchaus zu Kompatibilitätsproblemen bzw. einem erheblichem zusätzlichen Installationsaufwand kommen. „Eine Nachförderung bereits geförderter Maßnahmen ist gemäß der Richtlinie nicht mehr möglich,“ so Schreiber. „Daher muss bei der technischen Bedarfsermittlung sehr sorgfältig vorgegangen werden.“
In der vom Land geforderten regionalen Abstimmung sieht Schreiber hingegen den Vorteil, dass die zur Zusammenarbeit bereiten Gemeinden Wustermark, Schönwalde, Brieselang und Dallgow-Döberitz ihre Interessen gemeinsam beim Land besser durchsetzen können.
Wustermark, 21.01.2010
